Die Kolpingsfamilie Ottobeuren feierte am 9. und 10. Oktober ihr 125-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten begannen am Samstag mit einem Familienabend im festlich geschmückten Saal des Pfarrheims St. Michael, zu dem der Vorsitzende Bernhard Schneider zahlreiche Mitglieder aus Nah und Fern mit ihren Familienangehörigen begrüßen konnte. Präses Pater Johannes Schaber OSB und der ehemalige Präses Prior Pater Dr. Theodor Lutz OSB weilten unter den Gästen.
Bernhard Schneider freute sich, zu diesem besonderen Anlass zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Verein auszeichnen zu dürfen, von denen sich die meisten in der Vorstandschaft der Kolpingsfamilie oder als Gruppenleiter engagiert haben und die bis heute tatkräftig die Aktivitäten der Kolpingsfamilie unterstützen.
Mit einer Urkunde des Diözesanverbands und einem Präsent der Kolpingsfamilie wurden Bernhard Reisacher, Peter Boxler und in Abwesenheit Fritz Demmel für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. Für 50 Jahre Treue zur Kolpingsfamilie erhielten Max Vollmar, Edgar Reichel, Michael Jennemann, Robert Nagel, Xaver Urban, Reinhard Riegg und in Abwesenheit Ludwig Demmeler eine Urkunde, eine goldene Ehrennadel, einen Gutschein für ein Wochenende in einem Kolpinghotel vom Diözesanverband sowie ein Präsent der Kolpingsfamilie überreicht.
Im weiteren Verlauf des Abends ließ die Gruppe Lumpasupp mit Beppo Haller die Vereinsgeschichte musikalisch in Form von Gstanzeln Revue passieren und die Gruppe Jungkolping führte den Sketch 08/15 auf, eine gekonnte Parodie auf den Soldatenalltag in der Kaserne.
Im anschließenden Chronikrückblick mit Multimediashow wurden Ereignisse und Besonderheiten aus der langjährigen Vereinsgeschichte gezeigt.
Am Sonntag begann der Festgottesdienst in der Basilika Ottobeuren mit dem Einzug der Banner aus dem Bezirk Memmingen / Unterallgäu und dem Banner des Diözesanverbandes Augsburg. Präses Pater Johannes Schaber OSB und der ehemalige Präses Prior Pater Dr. Theodor Lutz OSB zelebrierten den feierlichen Gottesdienst, die Lesung und die Fürbitten wurden von Mitgliedern der Kolpingsfamilie vorgetragen. Die musikalische Umrahmung übernahm der Spontichor unter der Leitung von Rita Helms. Dabei wurde auch das Kolpinglied in der modernen Form gesungen.
In seiner Festpredigt sprach Pater Johannes über die Definition des Begriffs Werte, die Person und das Wirken Adolph Kolpings und dessen Anliegen, Menschen, auch in der heutigen Zeit, Orientierung zu geben. Nach dem Gottesdienst folgte die Festgemeinde dem Bannerzug zum Festakt im Kaisersaal des Klosters. Seine Begrüßungsrede begann der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Ottobeuren, Bernhard Schneider, mit einem Rückblick auf 125 Jahre Weltgeschehen. 1885, im Gründungsjahr der Kolpingsfamilie Ottobeuren, erhielt Gottlieb Daimler ein Patent auf seinen Reitwagen, den Prototyp für das Motorrad. So wie sich die Technik veränderte, veränderten sich auch die Struktur des Kolpingvereins und die äußeren Umstände. Trotzdem lebe die Idee Kolpings weiter. Diese Beständigkeit, so Bernhard Schneider, wünsche er sich im Interesse der Kolpingsfamilie Ottobeuren auch für die Zukunft. Im Anschluss folgten die Grußworte des Ottobeurer Bürgermeisters Bernd Schäfer und des Landrats des Landkreises Unterallgäu Hans-Joachim Weirather.
Zu Beginn seiner Rede hob Klaus-Dieter Ruf, der stellvertretende Vorsitzende des Diözesanverbands Augsburg, die ansprechende Predigt von Präses Pater Johannes hervor, die ihn stark beeindruckt hatte und bat die Anwesenden, dafür nachträglich Applaus zu spenden. Mit Blick auf die Bannerträger brachte er zum Ausdruck, dass hier Kolping nach außen sichtbar gemacht werde, ähnlich wie es auch bei Fußballmeisterschaften geschehe. Die Festrede hielt, an Stelle der verhinderten Bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer, der Amtschef des Ministeriums, Ministerialdirektor Friedrich Seitz.
Der Festakt wurde durch das Schülerorchester von Renate Werner eindrucksvoll musikalisch umrahmt. Präses Pater Johannes dankte zum Schluss der Veranstaltung allen Mitwirkenden und Verantwortlichen sehr herzlich. Ein gemeinsames Mittagessen im Saal des Hotels Hirsch beschloss die Feierlichkeiten.